28. Mai 2026

Multiplikatorenveranstaltung in Kaunas

Von Agrarabfällen zu grünen Kompetenzen: Klimaresilienz neu denken

Die RENATURE-Multiplikatorenveranstaltung 2026 brachte Vertreterinnen und Vertreter von Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam untersuchten sie, wie naturbasierte Lösungen die Klimaresilienz stärken und die Entwicklung grüner Kompetenzen unterstützen können. Die vom Wissenschafts- und Technologiepark Kaunas in Litauen ausgerichtete Veranstaltung begrüßte Teilnehmende aus ganz Europa und bot Raum für einen interdisziplinären Dialog über nachhaltige Innovation und die Anpassung an Umweltveränderungen.

Zu Beginn wurden das RENATURE-Projekt und sein Beitrag zur Stärkung der Klimaresilienz durch naturbasierte Lösungen vorgestellt. Piero Ciccioli vom italienischen Nationalen Forschungsrat (CNR-ISAFoM) erläuterte die Projektziele und hob hervor, wie Biodiversität, grüne Infrastruktur und ökosystembasierte Ansätze Gemeinschaften bei der Bewältigung klimabedingter Herausforderungen unterstützen. Anschließend präsentierte Matilde Luzzetti von der Universität für Ausländer in Perugia (UNISTRAPG), Italien, die Ergebnisse des Vergleichsberichts zum Stand naturbasierter Lösungen in Europa. Sie stellte aktuelle Verfahren, gemeinsame Herausforderungen und erfolgreiche Umsetzungsbeispiele aus unterschiedlichen Kontexten vor.

Die Veranstaltung präsentierte außerdem innovative technologische Ansätze für den Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft. Prof. Dr. Visvaldas Varžinskas, Leiter des Forschungszentrums für fortschrittliche Verpackungsmaterialien und -technologien an der Technischen Universität Kaunas, zeigte, wie lokal anfallende Agrarabfälle in biobasierte und biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien umgewandelt werden können – ein konkretes Beispiel für die praktische Anwendung der Kreislaufwirtschaft. Assoc. Prof. Dr. Erika Adomavičiūtė von der Technischen Universität Kaunas erläuterte das Potenzial moderner Elektrospinnmaterialien und der Nanotechnologie für effizientere und umweltverträglichere Produkte.

Eine weitere Perspektive brachte Assoc. Prof. Dr. Inga Gurauskienė vom Institut für Umweltingenieurwesen der Technischen Universität Kaunas ein. Sie untersuchte, wie Arbeits- und Lernumgebungen im Freien das persönliche Wohlbefinden, das Umweltbewusstsein und die Entwicklung grüner Kompetenzen fördern können. Ihr Beitrag unterstrich, wie wichtig es ist, die Verbindung der Menschen zur Natur in alltäglichen Bildungs- und Berufspraktiken zu stärken.

Die Veranstaltung endete mit einer offenen Diskussion und einer Netzwerkveranstaltung. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen aus, identifizierten Möglichkeiten für eine künftige Zusammenarbeit und erörterten konkrete Wege, naturbasierte Lösungen in Bildung, Forschung, Wirtschaft und Gemeindeentwicklung einzusetzen. Durch die Verbindung von Fachwissen aus Italien und Litauen und die Beteiligung einer vielfältigen Gruppe von Akteuren unterstrich die RENATURE-Multiplikatorenveranstaltung die Bedeutung von Zusammenarbeit, Innovation und lebenslangem Lernen für widerstandsfähige und nachhaltige Gesellschaften.

 

Veranstaltungsdetails
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    28. Mai 2026

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